Zurück

Angetestet: Rudern

Angetestet: Rudern

Auf der Suche nach neuen Sportarten haben wir uns kürzlich mit dem Thema Rudern näher auseinandergesetzt. Wenn man sich mit einer Sportart noch gar nicht weiter beschäftigt hat, besteht oft eine gewisse Unsicherheit, die sich aber schnell in Wohlgefallen auflösen kann.

Es gibt 2 verschiedene Arten des Ruderns, nämlich das Skullen und das Riemenrudern. Skullen bedeutet, dass man jeweils ein Ruder in jeder Hand hat, das man synchron nach hinten zieht. Beim Riemen hat man nur ein Ruder auf einer Seite des Bootes und bewegt es im Takt mit den anderen. Riemen kann man also nie alleine, es sei denn man hat Spaß daran immer im Kreis zu fahren.
Beim Rudern ist natürlich das Boot erstmal ganz entscheidend, welches im Breitensport ein ganzes Stück sicherer daherkommt, als im professionellen Bereich. Das heißt, nicht jede Welle bringt das Boot gleich zum kentern und man fühlt sich recht sicher aufgehoben. Nach dem Einhängen der Ruder(in unserem Fall die Skulls) und dem optimalen Einstellen des beweglichen Sitzes, geht es dann auch schon recht schnell weg vom Ufer, während jede Menge neuer Begriffe auf einen einprasseln.
Der Hauptschwerpunkt ist eine flüssige Bewegung aus der Auslage, also der Start- zur Endposition, bei der die Arme und die Beine synchron zusammenarbeiten müssen. Diese Bewegung ist dabei nicht ganz trivial und die Perfektion des Ganzen kann ein ganzes Stück dauern. Ziel der Übung ist es, das Boot in der Bewegung nach hinten anzuschieben, während sich der Körper in der Vorwärtsbewegung ausruhen kann und die Skulls knapp über dem Wasser nach hinten bewegt werden. Dabei ist es vor allem wichtig, dass man auf das Tempo der anderen achtet und eine einheitliche Geschwindigkeit findet, die der Vorderste im Boot, der Schlagmann, festlegt. Ein beliebter Fehler zu Beginn kann ein zu starkes Eintauchen der Paddel in das Wasser sein. Man kann die Skulls praktisch von selbst auf das Wasser fallen lassen und nur ganz knapp unter der Wasseroberfläche rudern. Beim Zug ist das Ausstrecken der Arme zu Beginn wichtig, der Hauptteil der Kraft kommt dabei aus der Rückenmuskulatur, erst im Endzug winkeln die Arme leicht an.
Wenn man dann eine sichere Bewegung ausführen kann, ist die Harmonie der Ruderer untereinander ein wichtiger Punkt. Man muss sich auf die anderen einlassen und eine gemeinsame Geschwindigkeit finden, die für alle technisch gut ausführbar ist.

Obwohl man anfänglich glauben könnte, dass Rudern die Arme stark fordert, so kommen doch etwa 70% der Kraft über die Beine und den unteren Rücken. Ein zu starkes Einbeziehen der Armmuskulatur liegt meistens schlicht an einer falschen Armhaltung beim Heranziehen, durch zu stark angewinkelte Arme. Um die optimale Kraftentfaltung zu erreichen, sind die Arme zu Beginn durchgestreckt und winkeln erst im letzten Drittel der Bewegung an.

Ein zu Anfang koordinativ sehr anspruchsvolles Unterfangen, was aber zweifellos dazugehört, ist die Wende. Um das Boot über backbord oder steuerbord zu wenden, muss man sehr viel umdenken bezüglich allem, was man vorher gelernt hat. Außerdem ist dabei die Koordination mit den anderen Sportkameraden zusätzlich erschwert, da wieder alle gleichzeitig wenden müssen. Was aber anfänglich für viel Heiterkeit sorgt, gelingt beim dritten bis vierten Training schon zuverlässiger.

Rudern ist ein sehr kompletter Sport, da es jede Menge Muskeln einbezieht und eine gute Koordination fördert. Man kann die Basics im Rudern vergleichsweise schnell erlernen, wobei man für die Perfektion des Schlags und dem Zusammenspiel mit anderen Ruderern sicherlich Jahre brauchen kann.

2 Kommentare zu “Angetestet: Rudern
  1. Cooler Bericht. Ich habe es auch vor kurzem das erste mal ausprobiert und war doch sehr überrascht, dass es nicht unbedingt auf Muskeln ankommt, sondern es eher ein technischer Sport ist.
    Und es gibt sogar viele Frauen, die mitmachen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

CAPTCHA-Bild

*