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Test Liegerad fahren

Test Liegerad fahren

Ungewohnt, kompliziert, schwer zu lernen. Wer diese Vorstellung vom Liegerad fahren hat, steht damit zwar nicht alleine da, liegt damit aber trotzdem falsch. Trotz einiger Skepsis bei unserem Test und dank der sehr freundlichen Betreuung des Lausitzer Liegeradverleih, konnten wir innerhalb von Minuten sicher Liegerad fahren.

Um uns selbst einen eigenen Eindruck davon zu machen, haben wir eine Liegeradtour mit einem Trike und einem Zweirad um den Senftenberger See gemacht. Diese gerade neu aufblühende, ehemalige Braunkohleregion, erlebt derzeit eine Renaissance, da die ehemaligen Kohlebergbaue zu schönen Seen umfunktioniert wurden, an denen sich die Natur neu entwickeln kann und somit Touristen anlockt.

Erste Schritte:

Obwohl das Aufsteigen und Losrollen uns erstmal kleine Probleme bereiten, merkt man doch nach kurzen Momenten, dass die Gleitphase sich nicht so stark vom „normalen“ Fahrrad fahren unterscheidet. Der Schwerpunkt ist verlagert, aber wenn man rollt sitzt man dennoch ganz sicher auf dem Liegerad. Im Prinzip muss man sich nur zu 2 Momenten etwas umgewöhnen – das betrifft das Anfahren und das Abstoppen. Beim Anfahren drückt man einen Fuß gegen das Pedal und bringt sich so in die sichere Gleitphase. Beim Abstoppen muss man rechtzeitig beide Füße auf den Boden um sich abzufangen, aber auch das gelingt bereits nach wenigen Minuten völlig problemlos.

Nach der ersten Eingewöhnungszeit und ein paar Kilometern Fahrt, merkt man bereits die unterschiedliche Belastung oder in diesem Fall der Entlastung, denn Liegerad fahren entlastet Hintern und Wirbelsäule. Durch den bequemen Sitz und den Tritt nach oben werden andere Muskeln im Bein angesprochen, wobei man weniger Kraft benötigt um auf Geschwindigkeit zu kommen. Oder andersherum gesagt, man kann einfach bei gleicher Kraft größere Distanzen zurücklegen.

Um mit möglichst gleichbleibender Trittfrequenz gelenkschonend zu fahren gibt es auch hier flexible Gangschaltungen, die oft mit Lenkerendschalthebel ausgestattet sind.

Manko:

Für unsere Zwecke, einen Radausflug am See waren die Liegeräder bestens geeignet. Auch in definierten Routen in der Stadt kann man punkten, obwohl wir selbst uns nicht in die Rush Hour im Stadtverkehr stürzen würden, schon gar nicht ohne Radweg. Die Gefahr mit dem tiefen Sitz übersehen zu werden scheint nicht ganz abwegig. Außerdem sind längere holprige oder bergige Abschnitte auch nicht die Anwendung wofür die Räder gebaut scheinen.

Fazit:

Obwohl Liegeräder keine wirklich neue Erfindung sind, gibt es preislich noch keine wirklichen Schnäppchen zu erwarten. Leider gibt es hierzulande vor allem Einzelanfertigungen oder Kleinstserien, wodurch man die Räder nur ganz selten mal für einen dreistelligen Eurobetrag bekommt. Eine Leihe ist aber allemal eine Alternative und mittlerweile immer häufiger möglich.

Liegerad fahren ist noch einmal ein ganz neues Erlebnis, auch wenn man schon viele tausend Kilometer auf Rädern zurückgelegt hat. Dieses Abenteuer sollte man sich an ein paar schönen Sommertagen auf jeden Fall mal gönnen.

Ein Kommentar zu “Test Liegerad fahren
  1. Man muss das Liegerad nicht runtermachen, aber für den Alltag ist es doch kaum sinnvoll und mehr eine Spielerei für alle Jene, die anders ein wollen. Dazu kommt noch das Risiko, dass man von Autofahrer aufgrund der niedrigen Höhe übersehen werden kann. Dein Bericht ist gut und ehrlich geschrieben, aber ich werde mit den Dinger nicht warm.

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